Rund um die Kosten

Rund um die Kosten

Wie hoch sind die Kosten?
Die Tarife der NÖ Pflege- und Betreuungszentren werden jährlich mit Beginn des neuen Jahres von der NÖ Landesregierung festgesetzt. In den Tarifen sind alle Betriebskosten (Personalausgaben, Energie, Betriebsmittel, Lebensmittel, Abgaben und Gebühren, Versicherungen usw.) enthalten. Das Grundentgelt besteht aus dem Grundtarif und dem Pflegezuschlag.  Der Grundtarif für "Regelleistungen" (Wohnen, Reinigen, Energie, Essen etc.) ist für alle BewohnerInnen eines Hauses gleich hoch. Für ein Einzelzimmer oder ein Appartement wird zusätzlich ein Zuschlag verrechnet.

Hinzu kommt der "Pflegezuschlag" für Hilfe, Betreuung und Pflege, der in allen Landeseinrichtungen gleich hoch ist. Der Pflegezuschlag gliedert sich in 7 Stufen, ansteigend von 1 (leichterer Pflegebedarf) bis 7 (hoher Pflegebedarf). Für die Tagespflege und spezielle Pflegeformen (z. B.  Schwerstpflege, Hospizpflege, etc.) gibt es eigene Tarife.

Alle Details zu den Kosten finden Sie auf der Homepage des Landes NÖ.

Wer muss für die Kosten aufkommen?

Gültig ab 1.Jänner 2018: Grundsätzlich haben die BewohnerInnen die Kosten aus eigenem Einkommen (Rente, Pension, Pflegegeld oder sonstigem Einkommen) selbst zu bezahlen. Können die Kosten nicht vollständig selbst getragen werden, übernimmt die Sozialhilfe den verbleibenden Teil. 



Wieviel bleibt den BewohnerInnen in jedem Fall monatlich zur freien Verfügung?
In jedem Fall verbleiben den BewohnerInnen für die ausschließlich persönliche Verwendung:
  • 20 % der Pension und die Sonderzahlungen (13. und 14. Gehalt).
  • Zusätzlich ein Teil des Pflegegeldes in der Höhe von derzeit 45,18 Euro pro Monat.

Aus diesem Einkommen müssen persönliche Ausgaben (z. B. Friseur, Fußpflege, Kleidung etc.) bezahlt werden.



Es gibt keinen Pflegeregress mehr!

Ab 1. Jänner 2018 gibt es keine Regressansprüche mehr auf das Vermögen oder auch das Erbe der Betroffenen. Die Regressforderung an Angehörige (EhegattInnen, Kinder) wurde bereits 2008 abgeschafft.



Wie hoch ist das Pflegegeld?

Pflegegeld wird gewährt, wenn Pflegebedürftigkeit vorliegt und der ständige Betreuungs- und Pflegeaufwand mehr als 65 Stunden monatlich beträgt und voraussichtlich zumindest sechs Monate andauern wird. Das Pflegegeld ist eine einkommensunabhängige Leistung, die zwölf Mal jährlich gebührt und monatlich ausbezahlt wird. Die Höhe ist – abhängig vom jeweils erforderlichen Pflegeaufwand – in sieben Stufen unterteilt und beträgt ab 1. Jänner 2016:

Stufe 1 (Pflegeaufwand über 65 Stunden): 157,30 Euro
Stufe 2 (Pflegeaufwand über 95 Stunden): 290,00 Euro
Stufe 3 (Pflegeaufwand über 120 Stunden): 451,80 Euro
Stufe 4 (Pflegeaufwand über 160 Stunden): 677,60 Euro
Stufe 5 (über 180 Stunden + dauernde Bereitschaft): 920,30 Euro
Stufe 6 (über 180 Stunden + unkoordinierte Betreuung): 1.285,20 Euro
Stufe 7 (über 180 Stunden + Bewegungsunfähigkeit): 1.688,90 Euro

Erschwerniszuschläge gibt es beispielsweise für schwer geistig oder schwer psychisch behinderte, insbesondere demenziell erkrankte Personen ab dem vollendeten 15. Lebensjahr in der Höhe monatlich 25 Stunden.

Für PflegegeldbezieherInnen ist seit 1. Jänner 2014 die Pensionsversicherungsanstalt zuständig. Pensions- oder RentenbezieherInnen bringen den Antrag auf Pflegegeld beim zuständigen Versicherungsträger ein.

Siehe auch: Bundespflegegeld / www.help.gv.at



Welche Kosten sind nicht in den Tarifen enthalten bzw. welche Zusatzkosten können anfallen?
Aufwendungen für private Konsumgüter oder private Leistungen sind in den Tarifen nicht enthalten und müssen von den BewohnerInnen selbst bezahlt werden. Solche Leistungen sind z. B. Friseur, Fußpflege, Besuch des Hauscafés, Rezeptgebühren (falls keine Befreiung besteht), private Neuanschaffungen, Telefonkosten, Tabakwaren, persönliche Zeitungen, Urlaubskosten.

Wie ist das mit der Wäschereinigung geregelt?
Die Reinigung der Flachwäsche (Handtücher und Bettwäsche) ist Teil der "Regelleistung" und im Grundtarif enthalten. Die chemische Reinigung oder Instandsetzung bzw. -haltung der privaten Kleidung wird entweder direkt im Haus angeboten oder von diesem organisiert. Die Kosten dafür tragen die BewohnerInnen selbst.

Was passiert mit den Kosten während eines Urlaubes, eines Kur- oder Krankenhausaufenthaltes?
Bei Urlaub, Krankenhaus- oder Kuraufenthalt wird den BewohnerInnen ab dem 1. Tag der Abwesenheit das Grundentgelt abzüglich der Kosten für Essen, Wäscheversorgung und Reinigung des Zimmers verrechnet. Das Ausmaß der Rückvergütung finden Sie in der im Haus kundgemachten Tarifliste. Abreise- und Rückkunftstag werden jeweils voll in Rechnung gestellt.