Ein gut gelaunter Frühaufsteher!

Karl Harrer wurde im April des Jahres 1940 in Enns geboren – „die älteste Stadt Österreichs!“, wie er uns schmunzelnd erklärt. Seine Eltern starben jung und so kam es, dass Herr Harrer im Alter von 11 Jahren sein zu Hause in einem Waisenhaus beim Attersee fand.
„Wissen Sie, der Verlust meiner Eltern in so jungen Jahren war ein harter Schicksalsschlag, doch ich hatte Glück im Unglück, denn in diesem Waisenhaus verbrachte ich ein paar der schönsten Jahre meiner Kindheit!“

Der gelernte Schlosser entwickelte sich im Laufe seiner Karriere zu einem echten Weltenbummler. Beruflich führte ihn sein Weg nach Deutschland, in die Schweiz, die Niederlande und bis nach Schweden. Am liebsten erinnert er sich jedoch an seine Zeit in Afrika zurück – insgesamt sechs Monate verbrachte er auf dem Kontinent.
„Ich habe die Menschen dort als sehr freundlich und lernbegierig erlebt.", erzählt Herr Harrer. „Da gab es einen jungen Mann, der mit besonders viel Ehrgeiz an die Arbeit ging. Selbst in seiner Freizeit übte er das Schweißen, um das Handwerk zu erlernen. Ich habe ihm dann sogar einen Job bei einer Zweigstelle meines Arbeitgebers vermittelt.“
Als Frühaufsteher genoss Herr Harrer besonders die ruhigen Morgenstunden in Afrika: „Die Geräusche der Tiere, der sanfte Wind im Sonnenaufgang – da wusste ich, was Frieden und Ruhe wirklich bedeutet.“

Vielleicht kommt seine Liebe zur Natur auch genau daher. Mit seiner zweiten Ehefrau, die er während der Arbeit in Felixdorf kennenlernte, verbrachte er über 40 gemeinsame Jahre. Unzählige Stunden davon im eigenen Garten. Dort fand er nicht nur Ruhe und Ausgleich, sondern konnte sich auch kreativ entfalten und so mancher gärtnerischen Herausforderung stellen. 

Sein ganzer Stolz: ein Seidenrosenbaum und ein Tulpenbaum. Mit ihren rosa bis roten Blüten sind sie das unübersehbare Highlight seines ohnehin schon liebevoll gepflegten Gartens.

Kulinarisch hat Herr Harrer klare Vorlieben: Schweinsbraten... aber nur vom Bauchfleisch! Auch für eine gute Mehlspeise ist er jederzeit zu haben. Wir trafen ihn zum Gespräch, als er gerade gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und anderen Bewohnerinnen und Bewohnern einen Apfelstrudel zubereitete.

Seit zwei Jahren wohnt der lebensfrohe Hobbygärtner bei uns im PBZ auf Wohnbereich Antonius. Auf die Frage wie es ihm bei uns geht, anwortet er mit einem zufriedenen Lächeln: "Ich fühle mich hier gut aufgehoben und bin froh, hier zu sein!

Meist trifft man ihn – wie könnte es anders sein – draußen im Garten, seinem liebsten Rückzugsort. Dort kümmert er sich weiterhin mit großer Sorgfalt um die Pflanzen und schafft so ein einladendes Ambiente. Häufig sieht man Herrn Harrer auch entspannt in seinem persönlichen Gartensessel sitzen, die warmen Sonnenstrahlen genießen und den Klängen der Natur lauschen.

Im Laufe seines Lebens hat Herr Harrer viele Erfahrungen gesammelt. Im Beruf, im Ausland, im Garten und im täglichen Miteinander. Auf die Frage, was er der jungen Generation mit auf den Weg geben möchte, hat er liebevolle Worte gefunden: "Nimm dir Zeit für die Arbeit, die du machst. Mach dir keinen Stress und habe auch mal den Mut "Nein" zu sagen. Glaube nicht, dass du alles machen musst oder du für alles verantwortlich bist. Es ist immer wichtig auf dich selbst zu achten." 

 

Immer fröhlich, unser Herr Harrer!

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