Ein Leben voller Geschichte
23.03.2026
23.03.2026
Für viele ist das alte Rom nur ein ferner Traum aus Geschichtsbüchern – doch für Dr. Marcelo Moreno – Huerta war es Leidenschaft und Beruf zugleich. Schon früh faszinierte ihn die Welt der römischen Antike, und als promovierter Archäologe hatte er die Möglichkeit, Geschichte nicht nur zu lesen, sondern sie hautnah zu erforschen.
Dr. Moreno – Huerta wurde 1949 in Bolivien geboren und kam 1974 nach Österreich. Sein schon immer vorhandenes Interesse an Geschichte und Kultur führte dazu, dass er sich für ein Studium der Archäologie entschied.
Fünf Jahre studierte er in Ungarn, lernte dabei diverse Sprachen, so zum Beispiel Latein und Französisch, sammelte erste Erfahrungen bei Ausgrabungen und kehrte nach erfolgreichen Abschluss nach Wien zurück.
Über 40 Jahre arbeitete der Vater zweier Söhne als freiberuflicher Archäologe. Immer wieder hatte er dabei enge Kooperationen mit dem österreichischen Bundesdenkmalamt. Unteranderem auch bei den Ausgrabungen am Wiener Rennweg 2005, als im Rahmen von Bauarbeiten ein reichhaltiger archäologischer Schatz in Form von Gold- und Silbermünzen entdeckt wurde. „Das war eine der spannendsten Grabungen bei denen ich mitmachen durfte!“, berichtet Dr. Moreno-Huerta stolz.
Die damaligen Funde gehören zu den größten in Österreich. Da der Rennweg mitten im Herzen der ehemals römischen Zivilsiedlung Vindobona liegt, war dieser eine wahre Fundgrube für archäologische Entdeckungen. So wurden Wohn-, Verkaufs- und Handwerksbereiche, sowie Keramikarbeiten freigelegt.
„Als Archäologe braucht man auch eine gewisse Passion für das Reisen!“, erzählt Dr. Moreno – Huerta. Die Archäologie ist naturgemäß eine sehr wetterbezogene Wissenschaft, da die meisten Ausgrabungen im Freien vorgenommen werden. Um Beschädigungen zu vermeiden, werden die Grabungsstätten bei Schlechtwetter zugedeckt. Nicht selten kam es vor, dass er zwischen mehreren Projekten hin und her gereist ist und dort weiter arbeitete wo das Wetter gerade passte.
So war er in Carnuntum, oder beim Diana Tempel in der Steiermark, auch nach Pompeji hat ihn sein Weg geführt. Oft haben ihn dabei seine beiden Söhne begleitet.
In seiner Freizeit liest und kocht Herr Dr. Moreno-Huerta gerne. Besonders begeistert ihn die scharfe und temperamentvolle Küche Ungarns. „Es hat mir immer viel Freude gemacht, Gulasch zu kochen“, schilderte er mit einem Lächeln.
Herr Dr. Moreno-Huerta lebt nun bereits seit einiger Zeit im PBZ und fühlt sich hier, wie er selbst erzählt, sehr wohl.
Wir danken ihm herzlich für das interessante Gespräch und die persönlichen Einblicke in sein Leben!